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Brief an die politischen Parteien in Meckenheim

Sehr geehrte Damen und Herren,

Weihnachten naht und damit gerade für unsere Kinder die Zeit der Wünsche.

Ich möchte diese vorweihnachtliche Zeit nutzen, um erneut auf das Thema „Kunstrasenplatz für den VfL Meckenheim“ zurückzukommen. Das letzte Mal hatte ich mich wegen des Projektes am 20.4.23 an Sie gewandt. Nur Bündis90/ Die Grünen, die BfM und die UWG haben überhaupt geantwortet. Dies ist bemerkenswert. Offensichtlich hatten die restlichen Fraktionen nicht die Zeit oder sahen keine Veranlassung, zumindest zu antworten. Dies wäre aber meines Erachtens das Mindeste gewesen und würde einem respektvollen Umgang entsprechen. Ausdrücklich ausnehmen möchte ich hier die Ratsfraktion der UWG, die sich seit vielen Jahren für unser Projekt einsetzt und dies auch mit entsprechenden Anträgen in den politischen Gremien unterstützt!

Sie wissen, dass sich der VfL Meckenheim seit nunmehr 10 Jahren bemüht, für die vernünftige und zeitgerechte Aufrechterhaltung des Spielbetriebs einen Kunstrasenplatz samt dazugehöriger Infrastruktur zu bekommen. Unsere Nachbarvereine SC Altendorf-Ersdorf und Rot-Weiß Merl verfügen seit mehreren Jahren über diesen „modernen“ Platzbelag samt dazugehöriger Infrastruktur (Vereinsheim, Geräteraum, etc.). In Meckenheim will dies nicht gelingen und das bei einem Verein, der 1920 gegründet wurde und damit über eine lange Tradition verfügt. Generationen von jungen Menschen haben den Zusammenhalt und die Kameradschaft beim Fußball gelernt. Tugenden, die unserer Gesellschaft heute in manchen Teilen fehlen. Sport verbindet über Sprach- und Landesgrenzen hinweg, dies konnten wir alle gemeinsam während der Aufnahme von vielen Flüchtlingen (auch direkt durch den VFL) im Jahre 2015 oder jetzt, bei der Aufnahme der ukrainischen Flüchtlinge, erleben. Kurzum: Sport verbindet und stärkt Tugenden, die unserer Gesellschaft insgesamt guttun.

Wir haben kein Vereinsheim, keinen Geräteraum – es gibt noch nicht einmal die Möglichkeit die auf Aschen, – und Rasenplatz verdreckten Schuhe zu säubern.

Beide Plätze sind schon seit langem stark sanierungsbedürftig, der Rasenplatz ist stark verunkrautet, uneben und viel zu hoch. Zudem werden beide Plätze bei Niederschlag wenig bis gar nicht entwässert, auch die technische Ausstattung (Beregnungsanlage, Flutlicht, etc.) müsste überholt werden. 

Um Meckenheim herum spielen mittlerweile alle Vereine auf Kunstrasenplätzen, unsere Kinder und Jugendlichen leider eben nicht. Auch viele Eltern haben ein Interesse daran, dass ihre Kinder und Jugendlichen nicht mehr auf einem Aschenplatz spielen. Wer will es ihnen verdenken.

Wir haben in all den Jahren mit den verschiedensten Argumenten versucht, den Rat der Stadt davon zu überzeugen, einen modernen Fußballplatz mit dazugehöriger Infrastruktur zu errichten, der auch dem Schulsport zugutekäme. Wir haben uns mit Firmen vor Ort getroffen, proaktiv Angebote eingeholt, eigene Vorschläge erarbeitet und vorgestellt. Alle dies und auch schlüssige Argumente, die ich an dieser Stelle nicht mehr wiederholen muss, haben es nicht vermocht, die notwendigen Finanzmittel zu erhalten. Es gab immer neue Argumente seitens des Rates und der Stadtverwaltung, warum für den Breitensport die notwendigen Finanzmittel nicht bereitgestellt wurden. Deutschland hat im letzten Jahrzehnt eine ungewöhnlich lange, starke, wirtschaftliche Phase durchlebt und konnte seine Schulden drastisch zurückfahren. Trotz dieser Prosperität gab es offensichtlich nie das ernsthafte Bemühen seitens des Rates und der Stadt, uns bei unserem Projekt zu unterstützen.

Um nicht missverstanden zu werden, finanzielle Mittel sind in den öffentlichen Haushalten immer knapp und die Wünsche sind immer größer als die bereitstehenden Mittel. Allerdings wäre es nach 10 Jahren mit anderer Prioritätensetzung nach unserer Auffassung an der Zeit, dem Breitensport dieses Projekt möglich zu machen.

Sehr viel Geld wurde für Projekte, wie z.b. die Neugestaltung der Hauptstraße bereitgestellt, mit zweifelhaftem Erfolg: zunehmend mehr leerstehende Ladenlokale, die inflationäre Verbreitung von gleichartigem bereits mehrfach vorhandenem Gewerbe wie z.b. Friseurgeschäfte, Dönerläden und Wettspielbüros – die erhoffte Attraktivitätssteigerung der Altstadt wurde bis heute nicht erreicht. Für die Erschließung des Unternehmerparks Kottenforst hat die Kommune auch viel Geld bereitgestellt, mit welchem Erfolg, wir werden sehen. Weitere Beispiele ließen sich anfügen.

Eine Investition in die sportliche Infrastruktur am Schulcampus wäre unseres Erachtens nicht nur vor dem Hintergrund einer Gleichbehandlung der Vereine endlich geboten, sondern auch in Bezug auf die zu erwartenden positiven Auswirkungen auf den Breitensport sinnvoll.

Offensichtlich wollen Sie das für die Zukunftssicherung unseres Traditionsvereins existentiell notwendige Projekt nicht, sonst hätten Sie nicht immer wieder andere Projekte und Vorhaben vorgezogen; dem Ehrenamt, von dem jedes Gemeinwesen lebt, werden Sie so nicht gerecht.

Mit freundlichen Grüßen


Udo Kolberg

Vorsitzender

VfL – 01.12.2023

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